Besondere Hotels in Südtirol (II): Hotel Sonnenburg im Pustertal

8. Juni 2010 | |

Burg- und Schlosshotels gibt es viele, wirklich authentisch wirken nur wenige. Viel zu bemüht die gängigen Klischee zu erfüllen, rutschen sie in den Kitsch ab - nicht so das Hotel Sonnenburg im Pustertal, das den noch vorhandenen Baubestand der gleichnamigen Klosterburg perfekt nutzt. In das Konzept passen die kleinen Heilkräutergärtchen, die in den Resten der Umfassungsmauer gepflegt werden, besser als das Felsenbad. Aber ohne Pool, keine vier Sterne ...

Wer mit dem von Brixen Auto kommend in den ehemaligen Hofmarksbezirk Sonnenburg einfährt, vorbei am Ansitz Glurnhör, beim romanischen Kirchlein St. Johann im Spital rechts die Bergkuppel hinauf zur Sonnenburg, der fühlt sich zurückversetzt in eine andere Zeit. Passiert man das äußere Torwerk, windet sich das letzte Stück des Weges in einer Spirale zur Kernburg, demonstriert heute noch die mittelalterliche Wehrhaftigkeit der Klosterburg. Die innere Burg ist auch heute noch durch ein Tor geschützt. Der erste Blick in den Burghof zeigt bereits, wie behutsam hier restauriert wurde.

Die Empfangshalle nimmt Anleihen aus der Klassik, in der dahinter liegende Lobby stehen sparsam moderne Möbel. Durch die Panoramafenster könnte man den Sonnenaufgang im Pustertal wunderbar beobachten – wenn man denn rechtzeitig aus dem Bett käme. Zu allen anderen Tageszeiten fällt der Blick auf die Reste des Kreuzgangs und der Klosterkirche. Ein Teil des Kirchenchores wurde als kleiner Speisesaal mit in das Hotel einbezogen. Kreuzgewölbe, Fresken, Kasettendecken mit stilistisch passenden Mobiliar, teils Antiquitäten, das macht das Hotel Sonnenburg aus.

Es gibt viel zu endecken, beispielsweise die kleine Wendeltreppe, über die man vom ersten Stock des ehemaligen Wohntrakts hinunter zu den Frühstücksräumen gelangt. Es ist vielleicht gar keine schlechte Idee, sich an einer der angebotenen Führungen durch die Anlage zu beteiligen. So erfährt man vieles über diesen geschichtsträchtigen Ort, über (allzu) selbstbewusste Äbtissin, die Bischöfe und Grafen gegeneinander aufbrachten, und von den adeligen Nonnen, die sich gerne von Pagen bedienen ließen, statt strengen Ordensregeln zu folgen.

Wie die Ordenfrauen in früheren Jahrhunderten nicht darbten, so darf man sich als Gast heute erst recht auf die exzellente Küche freuen. Nicht verpassen sollte man auch die Weinverkostungen edler, südtiroler Tropfen.

Man kann das Hotel nur schwerlich in eine Kategorie einordnen, es gehört eben zu etwas anderen, besonderen Häusern in Südtirol. Empfehlen muss man es aber unbedingt, vor allem Menschen, die gelernt haben Atmosphäre zu atmen. Dann wird ein Aufenthalt zum Erlebnis…

Fotos: Paolo Serena / Matthias Süß

Kontakt

Sonnenburg
Adele Ferien GmbH
Sonnenburg 38
39030 St. Lorenzen (BZ)

Telefon: +39 0474 479999
Telefax: +39 0474 474049

E-Mail: info@sonnenburg.com
Internet: www.sonnenburg.com

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