Brixen im Eisacktal - Ein Rundgang in der ältesten Stadt Tirols
22. April 2010 | Sehenswürdigkeit | Eisacktal
Rund um den Dom zu Brixen
Die Türme stammen noch vom romanisches Vorgängerbau und wer durch die klassizistische Eingangshalle das Langhaus des Domes betritt bekommt ein barockes Gotteshaus zu sehen, das man nördlich des Brenners in der Form nicht kennt: Dunkler, von der italienischen Kunstsphäre stark beeinflusster Barock, vermengt mit Stilelementen aus dem Alpenraum. Hier was die Créme der Barock-Künstler aus dem südtiroler Raum am Werk.
Ein weiteres kunsthistorische Highlight ist der Kreuzgang. Man erreicht diesen über die rechte Türe in der Vorhalle und einem dunklen Gang mit Grabplatten der brixner Bischöfe und Domherren. 15 der 20 Bögen sind mit Fresken aus dem Zeitraum zwischen 1390 und 1509 überzogen, allesamt Auftragsarbeiten reicher Kleriker. Nicht alle Fresken erreichen die höchsten Qualitätsstufen, doch in der Gesamtheit der Zusammensetzung sucht der Kreuzgang wirklich seinesgleichen.
In der Südost-Ecke des Kreuzgangs betritt man die ehemaligen Taufkirche St. Johannes mit den bemerkenswerten Malereien. Diese im sehr seltenen Linearstil gehaltenen Fresken gehören zu den ersten Zeugnissen gotischer Malkunst im nordischen Stil. zurück in der Vorhalle geht es links zum alten Friedhof, auf dem ein Gedenkstein des streitbaren Minnesängers Oswald von Wolkenstein zu sehen, den er noch selbst in Auftrag gegeben hat.
Hofburg der Brixner Fürstbischöfe
Das politische Machtzentrum des kleinen Fürstbistums lag bis zur endgültigen Auflösung im Jahr 1803 in der Hofburg zu Brixen. Von Aussen betrachtet zeigt sich die Hofburg sehr wehrhaft, wurde aber 1525 von einem Bauernhaufen problemlos erobert. Die Kampfspuren von damals sind heute noch am eisenbeschlagenen Tor zu sehen. Die Innenhoffassaden sind eine gelungene Mixtur aus Renaissance und Barock. Der Hofgarten wurde anhand von Plänen aus dem Jahr 1831 neu angelegt.
Die Hofburg beherbergt zwei Museen: Die Krippenmuseum und das Diözesanmuseum. Ein Besuch ist empfehlenswert, nicht nur wegen der Exponate, sondern weil es auch die einzige Möglichkeit ist, die prächtigsten Innenräume der Hofburg zu besichtigen. Geöffnet ist das Museum Dienstag bis Sonntag von 10:00 bis 17:00 (Mitte März bis Ende Oktober). Die Krippensammlung ist zusätzlich um die Weihnachtszeit jeden Tag zwischen 10:00 und 17:00 Uhr zugänglich.
Sehenswertes in der Altstadt
Die Altstadt von Brixen hat viel seiner Ursprünglichkeit erhalten. Das Rathaus, in dem auch wechselnde Ausstellungen zu sehen sind oder der so genannte Pfundlerhaus sind besonders zu erwähnen. Die Pfarrkirche St. Michael mit dem Weissen Turm gehören zwar nicht zu den bedeutenden Denkmälern – einen Besuch sind sie aber schon wert. Von der mittelalterlichen Stadtbefestigung sind Kreuztor, Säbener Tor und Michaelstor erhalten.
Direkt in der Altstadt findet man zwei Daueraustellungen: Das Pharmaziemuseum über der Stadtapotheke in der Adlerbrückengasse 4 (Geöffnet Dienstag, Mittwoch und Samstag nachmittags) und die Ausstellung von Folterwerkzeugen im Gasthof Goldene Rose, Adolf Schiner, Große Lauben 7 (Geöffnet Montag bis Samstag, tagsüber ab 9:00 Uhr bei freiem Eintritt), die die mittelalterliche Gerichtsbarkeit dokumentiert.
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Wer hier schreibt, hört auf den Namen Matthias Süß und hält sich meist mehrere Tage pro Monat in Südtirol auf. Dies ist sein Versuch, das Urlaubsland aus einem persönlichen Blickwinkel näher zu bringen.






