Sterzing im Eisacktal - Eine Kurzreise ins mittelalterliche Bergbaustädtchen

13. Mai 2010 | |

Fuggerstadt Sterzing - ein klein wenig übertrieben ist der Titel schon, den sich ein findiger Touristiker für das mittelalterliche Städtchen ausgedacht hat, aber ganz zu Unrecht trägt sie diesen nicht. Die reichen Handelsherren aus Augsburg beuteten hier das Silber in den umliegenden Bergen aus, auch war Sterzing eine wichtige Zwischenstation auf dem bedeutenden Handelsweg Venedig-Augsburg. Heute brausen die meisten auf der Brennerautobahn vorbei. Blinker setzen, abfahren, es lohnt sich.
Südtirolmarketin Hubert Andergassen

Vipitenum, so nannten die Römer wohl eine keltische Siedlung zwischen Jaufenpass, Brennerpass und Penserjoch, die jedoch nicht mit Sterzing identisch ist. Die Römer haben – wie in ganz Südtirol – nur wenig hinterlassen. Das Gebiet war Durch- und Aufmarschgebiet. Im Innenhof des Rathauses können jedoch ein (Abguss) Mithrasstein und ein Meilenstein aus dieser Epoche besichtigt werden, in der Nordwand der Stadtpfarrkirche ist ein römischer Grabstein (“Posthum Victorina Stein”) eingemauert.

Architektonisch ist es eindeutig das Mittelalter, das Sterzing prägt. Der historische Kern wird vom erstaunlich schlanken, aber immerhin 46 Meter hohen Zwölferturm im Neustadt und Altstadt geteilt. Fertig gestellt wurde er im Jahr 1472 nach vier Jahren Bauzeit, der Treppengiebel kam anstelle eines Spitzhelmes nach einem Feuer im Jahre 1867.

Die Neustadt entstand nach einem Brand im Jahr 1443. Die breiten Fassaden mit den Ziergiebeln und die großzügigen Zufahrten zu den innenseitigen Lichthöfen zeugen vom damaligen Reichtum der Einwohner. Ein guter Teil der Häuser ist mit Arkadengängen, den Lauben, ausgestattet, damit die Händler ihre Waren auch bei schlechtem Wetter anbieten konnten.

Wer sich nach der Nepumuk-Statue (aus dem Jahr 1739) orientiert, der findet auch gleich das historische Rathaus aus der Übergangszeit zwischen Gotik und Renaissance. Auch natürlich hier ein Innenhof mit umlaufenden Arkadengängen. Im ersten Stock sind einige kleinere Kunstwerke zu sehen und der verschwenderisch vertäfelte Festsaal zu besichtigen.

Am postmodernen Athesiahaus scheiden sich etwas die Geister. Der Besuch der Buchhandlung des Athesia Verlages, in dem auch die auflagenstärkste Tageszeitung Dolomiten erscheint, lohnt auf jedenfall für Buchfreunde. Eine umfangreichere Auswahl an Druckwerken über Südtirol findet man nirgends.

Äusserlich unscheinbar gibt sich die Heiliggeistkirche hinter dem Zwölferturm. Im Inneren zeigt sich eine etwas düstere, zweischiffige Kirche. Das Kreuzgewölbe der rechten Seite ist mit wirklich sehenswerten Malereien ausgeschmückt. Geschaffen wurden sie von Hans von Bruneck im 15. Jahrhundert.

Auch heute noch am Stadtrand gelegen und ungewöhnlich weit vom historischen Stadtkern entfernt: Die Stadtpfarrkirche. Als erstes fällt der vergleichsweise kleine Turm auf, was am moorigen Untergrund liegt, auf dem das Gotteshaus Unsere Liebe Frau im Moos einst errichtet wurde. Im Inneren vom Barock überformte Gotik.

Teile des gotischen, von Multscher verantworteten Altars wurden in den Barockaltar übernommen, weitere Teile sind im Multscher-Museum zu sehen, direkt nebenan in der ehemaligen Kommende des Deutschen Orden. Besonders beeindruckend in der Kommende: die illusionistische Freskomalerei im Panoramazimmer und der Rittersaal.

Foto: SMG / Hubert Andergassen

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Weitere Infos beim Tourismusverein Sterzing

Stadtplatz 3
I-39049 Sterzing
Tel.: +39 0472 765 325
Email: info@infosterzing.com
Web: www.sterzing.com

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